Umgezogen. Und dann gleich neu gebaut.

Domain, Website und E-Mail der FDP Ladenburg sind umgezogen, weg vom Baukasten, auf eigene Technik. Die Gelegenheit haben wir genutzt und die Seite neu gebaut: schnell, datensparsam, zweisprachig. Und nebenbei gelernt, wie es um die Ortsverbände im Kreis steht.

Startseite von fdp-ladenburg.de nach dem Neubau
Die neue Startseite von fdp-ladenburg.de

Im Herbst stand bei der FDP Ladenburg ein Umzug an: Die Domain fdp-ladenburg.de, die Website und unsere E-Mail-Postfächer sollten weg vom bisherigen Baukasten-Anbieter und auf eigene Technik. Das klingt nach einer Fleißarbeit für ein Wochenende, an deren Ende alles aussieht wie vorher.

Ich bin dort Schatzmeister, und ehrlich gesagt hatte ich darauf keine Lust. Nicht auf die Arbeit, sondern auf das Ergebnis. Wir reden als Partei ständig über Digitalisierung, über Entbürokratisierung, über „einfach mal machen“. Dann sollten wir unsere eigene Website nicht nur umziehen, sondern so bauen, wie wir es anderen empfehlen würden. Also habe ich mir ein paar Abende freigeschaufelt.

Seit dem 16. Oktober läuft fdp-ladenburg.de auf der neuen Technik. Nicht kopiert. Neu gebaut.

Kein Baukasten mehr

Die Seite ist jetzt eine statische Website im Design der Freien Demokraten, erzeugt mit dem freien Werkzeug Hugo. Keine Datenbank, keine Plugins, kein Login, das jemand angreifen könnte. Der Server liefert fertige Seiten aus, sonst nichts. Alle Inhalte liegen versioniert in einem Git-Repository. Jede Änderung ist nachvollziehbar, jede lässt sich zurücknehmen.

Das ist schneller, sicherer und im Betrieb praktisch kostenlos. Vor allem aber: Es gehört uns. Das gilt auch für die E-Mail: Die Postfächer des Vorstands laufen jetzt auf einem eigenen Mailserver, verschlüsselt und ohne Anbieter, der mitliest. Als Unternehmer betreibe ich meine Technik seit Jahren selbst; dass das auch für einen Ortsverband geht, wollte ich beweisen.

Datenschutz, der nicht nur im Impressum steht

Wir reden als Liberale gern über Bürgerrechte im Digitalen. Dann muss die eigene Website das auch einlösen. Mich hat immer gestört, dass politische Seiten, die vor Datensammlern warnen, selbst Google-Schriften und Tracking-Pixel laden.

Wer unsere Seite aufruft, hinterlässt seine IP-Adresse bei niemandem außer uns. Schriften, Skripte, Bilder kommen vom eigenen Server. Sogar die Vorschaubilder der Meldungen aus der Bundespartei kopieren wir einmal zu uns, statt sie bei fdp.de einzubinden. Die Reichweitenmessung läuft auf eigener Technik, ohne Weitergabe. Und die privaten Wohnanschriften und Telefonnummern von Mitgliedern, die auf der alten Seite standen, sind raus. Im Impressum steht, was das Gesetz verlangt. Mehr nicht.

Eine Seite, die sich selbst pflegt

Nichts wirkt verstaubter als eine Terminseite mit der Veranstaltung von letzter Woche. Ich kenne das aus eigener Erfahrung: Wer die Pflege einer Website einem Ehrenamt überlässt, bekommt eine Website, die so aktuell ist wie der letzte freie Sonntagabend.

Die neue Seite baut sich deshalb jeden Morgen selbst neu: Termine aus dem Kreiskalender kommen rein, vergangene fliegen raus. Dazu ein Abschnitt „Mit Gästen aus Bund und Land“, der die Terminsuche der Bundespartei nach Veranstaltungen für unsere Region durchsucht.

Auf der Startseite laufen die Beiträge jetzt als Band: der neueste rechts im Blick, die älteren mit einem Wisch erreichbar. Vorher war nach drei Meldungen Schluss.

Und weil Ladenburg und die Metropolregion international sind, gibt es die Kernseiten und aktuellen Beiträge auch auf Englisch. Die Haushaltsreden der letzten Jahre bleiben deutsch. Eine Gemeinderatsrede auf Englisch hilft niemandem, auch nicht unseren englischsprachigen Mitbürgerinnen und Mitbürgern.

Der Blick über den Kirchturm

Beim Bauen habe ich mir angesehen, wie die anderen Ortsverbände im Rhein-Neckar-Kreis im Netz auftreten. Das Ergebnis hat mich überrascht: Von 29 Adressen leiten 22 stumm auf die Startseite der Bundespartei weiter. Eigene, in diesem Jahr gepflegte Inhalte hat eine Handvoll.

Das ist kein Vorwurf an die Ehrenamtlichen, die ihre Abende lieber im Gemeinderat verbringen als in einem Redaktionssystem. Ich weiß, wie knapp die Zeit ist. Aber es ist eine Lücke. Liberale Politik entsteht vor Ort. Wer wissen will, was die FDP in seiner Gemeinde tut, sollte das online finden können, und nicht auf einer Bundesseite landen, die von Berlin aus gepflegt wird.

Und es passt zu dem, was wir im Sommer beim Tzaziki-Abend festgestellt haben: Bei Digitalisierung diskutieren wir in Deutschland lieber über Risiken, als einfach anzufangen. Das gilt auch für uns selbst.

Wie es weitergeht

Damit die Seite nicht wieder einschläft, ist die Pflege bewusst einfach: Ein Beitrag wird als Entwurf angelegt, wir vom Vorstand geben ihn frei, wenige Minuten später ist er online. Ein KI-Assistent hilft beim Vorbereiten der Entwürfe, etwa aus Presseberichten über unsere Arbeit im Gemeinderat. Veröffentlicht wird nur, was wir vom Vorstand gelesen und freigegeben haben.

Die Technik dahinter ist frei verfügbar. Wenn ein anderer Ortsverband Lust auf eine eigene, schlanke Website hat: Meldet euch bei mir. Ich teile gern, was wir gelernt haben. Auch die Fehler, davon gab es genug.