Mercosur – Neue Märkte für Baden-Württemberg
Ein Abend voller Perspektiven, Diskussionen und liberaler Wirtschaftspolitik!
Am 12. Februar 2026 lud der FDP-Ortsverband Weinheim zu einer hochkarätig besetzten Veranstaltung zum Thema „Mercosur – Neue Märkte für Baden-Württemberg?“ ein. Vor vollem Haus diskutierten Experten, Landwirte und Gäste über die Chancen und Herausforderungen des geplanten Freihandelsabkommens zwischen der EU und den Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay). Der Abend stand im Zeichen liberaler Wirtschaftspolitik, generationengerechter Sozialsysteme und der Frage, wie Baden-Württemberg von globalen Handelsbeziehungen profitieren kann.
Ein Abend der Jubilare und liberaler Grundwerte
Die Veranstaltung begann mit einem besonderen Moment: Der Vorstand des Ortsverbands, Oliver Willmann, ehrte zwei langjährige FDP-Mitglieder, die seit 50 Jahren der Partei angehören. Ein starkes Zeichen für Kontinuität, Engagement und die Werte der Freien Demokraten – Freiheit, Eigenverantwortung und Marktwirtschaft.
Anschließend übernahm ich, FDP-Landtagskandidat für den Wahlkreis Weinheim, die Moderation und führte mit einem Impulsvortrag in das Thema ein. Meine zentrale Botschaft: „Eine starke Wirtschaft schafft Wohlstand – und Wohlstand sichert unser soziales System.“ Dabei betonte ich, dass die FDP für alle kämpft, die etwas bewegen und leisten wollen. Gleichzeitig warnte ich vor einer Schuldenpolitik, die zukünftige Generationen belastet. Mein Appell: „Wir brauchen Freihandel, um neue Märkte zu erschließen – für 750 Millionen Konsumenten in den Mercosur-Staaten.“ Denn Handel auf Augenhöhe sei nicht nur ein wirtschaftliches Signal, sondern auch ein geopolitisches: „Wir zeigen, dass Demokratien erfolgreicher sind, wenn sie kooperieren – statt sich abzuschotten.“
Mittelstand unter Druck: Bürokratie als Innovationsbremse
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war der Vortrag von Holger Höfs, FDP-Landtagskandidat im Wahlkreis Schwetzingen und Vorstand des Liberalen Mittelstands (LIMS). Höfs machte deutlich, warum der Mittelstand – das Rückgrat der baden-württembergischen Wirtschaft – dringend Entlastung braucht.
Anhand konkreter Beispiele zeigte er auf, wie Bürokratie und Überregulierung kleine und mittlere Unternehmen (KMU) lähmen:
- Immer neue Dokumentationspflichten, die wertvolle Arbeitszeit binden.
- Entlastungen, die oft nur Großkonzerne erreichen, während der Mittelstand leer ausgeht.
- Mindestlohn-Debatten, die den Abstand zwischen Leistungsträgern und Geringverdienern verringern – statt Anreize für Qualifikation und Aufstieg zu schaffen.
Höfs Fazit: „Der Mittelstand zahlt nicht nur die höchsten Löhne, sondern trägt auch die Hauptlast der Bürokratie. Hier muss die Politik endlich umdenken – weniger Vorschriften, mehr Vertrauen in die Wirtschaft.“
Mercosur aus Brüsseler Perspektive: Chancen und Kompromisse
Die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende, Svenja Hahn MdEP, lieferte eine eindrucksvolle Analyse der Verhandlungen und erklärte, warum das Abkommen trotz aller Kritik ein wichtiger Schritt für Europa ist.
Ihre zentralen Punkte:
- Wirtschaftliche Chancen:
- Das Abkommen könnte jährlich bis zu 4 Mrd. Euro an Zöllen einsparen – ein enormer Vorteil für exportstarke Branchen wie Automobil, Maschinenbau und Chemie.
- Baden-Württemberg profitiert besonders: Für Baden-Württemberg als Industrieland bietet Mercosur neue Absatzmärkte für hochwertige Produkte..
- Schutz für Landwirte – aber nicht um jeden Preis:
- Svenja Hahn räumte ein, dass die Sorgen der Landwirtschaft ernst genommen werden müssen. Allerdings betonte sie: „Die Debatte wird oft emotional geführt. Fakt ist: Die Importquoten für Rindfleisch (99.000 Tonnen/Jahr) entsprechen nur 2 % der EU-Produktion – das ist kein Marktverdrängungsrisiko.“
- Gleichzeitig forderte sie mehr Fairness bei den Produktionsbedingungen: Wenn europäische Landwirte strenge Umwelt- und Tierschutzauflagen erfüllen müssen, dann sollten Importe aus Mercosur-Staaten mindestens vergleichbare Standards einhalten.
- Geopolitische Bedeutung:
- In Zeiten, in denen China und die USA mit Protektionismus und Handelskriegen agieren, ist Mercosur ein Signal für regelbasierten Freihandel.
- Hahn: „Europa muss unabhängiger werden – von autoritären Regimen wie China und von der unberechenbaren Handelspolitik der USA. Mercosur ist ein Baustein dafür.“
Persönliche Einblicke aus Brüssel:
Besonders beeindruckend war Hahns Schilderung, wie sie vor Ort mit Landwirten, Politikern und Unternehmern gesprochen hat. Sie machte deutlich: „Handel schafft nicht nur Wohlstand, sondern auch Vertrauen!“
Landwirte im Dialog
Ein zentraler Teil der Veranstaltung war die Diskussion mit zwei Vertretern der baden-württembergischen Landwirtschaft. Sie brachten die Sorgen und Forderungen der Branche auf den Punkt:
- Bürokratie-Wahnsinn: Von Kameraüberwachungen in Ställen bis zu Fotobeweisen für Fruchtanbau – die Auflagen seien oft unverhältnismäßig und demotivierend.
- Ungleiche Wettbewerbsbedingungen: Während europäische Landwirte strenge Umwelt- und Tierschutzvorgaben erfüllen müssen, fehlen diese bei Importen aus Mercosur-Staaten.
- Forderung nach „Spiegelklauseln“: Die Landwirte verlangten, dass Importe nur dann erlaubt sein sollten, wenn sie unter ähnlichen Bedingungen produziert wurden wie in der EU.
Publikumsdiskussion: Von Gerichtsverfahren bis zu neuen Freihandelspartnern
Die anschließende offene Diskussion mit dem Publikum zeigte, wie vielschichtig das Thema ist:
- Wie geht es mit Mercosur weiter?
Das EU-Parlament hat die Ratifizierung vorerst gestoppt und den Europäischen Gerichtshof (EuGH) eingeschaltet. Die vorläufige Anwendung des Abkommens ist jedoch möglich – ein Spagat zwischen politischen Blockaden und wirtschaftlicher Notwendigkeit. - Alternativen zu Mercosur?
Mehrere Gäste fragten nach anderen Freihandelsabkommen – etwa mit Indien oder Australien. Hahn betonte: „Mercosur ist nur der Anfang. Europa braucht eine offensive Handelsstrategie“
Fazit: Mercosur – Ein Abkommen mit Chancen und Verantwortung
Die Veranstaltung machte eines klar: Mercosur ist kein einfaches Thema – aber ein notwendiges. Für Baden-Württemberg bietet das Abkommen enorme wirtschaftliche Chancen, insbesondere für den Mittelstand und die exportorientierte Industrie. Gleichzeitig müssen die Sorgen der Landwirte ernst genommen und faire Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden.
Die FDP steht für eine klare Linie:
- Ja zu Freihandel – aber nicht um jeden Preis.
- Ja zu neuen Märkten – mit fairen Standards für alle.
- Ja zu einer starken Wirtschaft – denn sie sichert unseren Wohlstand und unsere Sozialsysteme.
Mein besonderer Dank gilt:
- Dem FDP-Ortsverband Weinheim für die Organisation.
- Café Florian für die wunderbare Location.
- Svenja Hahn, Holger Höfs und den Landwirten für ihre spannenden Beiträge.
- Allen Gästen, die mit ihrer Teilnahme und ihren Fragen den Abend bereichert haben.
Die Diskussion geht weiter – und die FDP wird sie führen!
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